Mittwoch, März 29, 2006

Der Autoritätskomplex

Von Chefchen und Schäfchen

Es gibt sie überall, die Führungspersönlichkeiten: In der Politik, im Sport, in der Armee, im Freundeskreis, in der freien Wildbahn und auch in der freien Marktwirtschaft. Die sogenannten „Alpha-Tiere“, Anführer des Rudels, zeichnen sich in der Regel durch ausserordentliche Stärke, Intelligenz oder Macht aus. So wie: der König der Löwen, der Mannschaftskapitän deines Lieblingsteams oder der Parteivorsitzende, der die Spendengelder unterschlägt - sie alle unterscheiden sich vom Rest der Gruppe. Sie haben eine ganz besondere Eigenschaft, die ihnen eine spezielle gesellschaftliche Rolle garantiert: AUTORITÄT!

Autorität entsteht im Zusammenhang mit einem herrschenden Machtgefälle. Beispielsweise bei den sozialen Beziehungen Lehrer/Schüler, Eltern/Kinder oder Vorgesetzter/Mitarbeiter. Die letzte Konstellation ist eine besonders Interessante. Dies nennt man deontische Autorität, die Autorität die durch die hierarchische Position des Vorgesetzten gegenüber dem Untergebenen entsteht. Dabei muss der Vorgesetzte, denn wir mal ganz salopp Chefchen (bzw. Schäfchen) nennen wollen, nicht einmal über ausserordentliche Eigenschaften oder Qualifikationen verfügen. Problematisch? Ja vielleicht, aber auch lustig. Schauen wir uns das mal genauer an: Chefchen ist also in einer Position, in der er die Befugnis hat seinen Mitarbeitern Anordnungen oder Weisungen zu erteilen. Chefchen geht davon aus, dass seine braven Schäfchen ihn respektieren und seinen Anforderungen entsprechend ihre Arbeit erledigen. Dabei ist Chefchen bewusst, dass es nicht immer einfach ist für seine Schäfchen. Manchmal sehen sie im Chefchen weniger einen Hirtenhund als einen bösen, zähnefletschenden Wolf mit scharfen Reisszähnen und einem diabolischen Grinsen. Doch dieses Bild entspricht nicht der Realität. Chefchen hat in Wirklichkeit auch Gefühle, Bedürfnisse und Ängste. Er war schliesslich selbst einmal ein Schaf, bevor der Hirte ihn zu einem Hirtenhund umfunktioniert hat. Chefchen vom Schäfchen zum Hirtenhund – eine Erfolgsstory oder eher ein Leidensweg?

Als Vorgesetzter sollte man eine angeborene Souveränität haben, kombiniert mit einer dynamischen, charismatischen Persönlichkeit. Zudem sollte man über ein fundiertes Fachwissen über die eigene Arbeit, wie auch über die Arbeit der Mitarbeiter verfügen. Soviel zur Theorie. Das Beispiel Chefchen beweist, dass dies eher die Ausnahme ist. Chefchen hat nämlich persönliche Probleme, die auch mit drei Therapiesitzungen pro Woche nicht in den Griff zu bekommen sind. Beispielsweise wurmt ihn, dass seine Frau weder Tennis spielt, noch Ski fährt. Nicht, dass es ihn wesentlich stören würde, dass seine Frau unsportlich ist. Lediglich die Tatsache, dass sie regelmässig Besuch von ihrem Tennislehrer erhält oder den Winterurlaub mit ihrem Skilehrer verbringt, beunruhigt ihn ein bisschen. Auch ihre ständigen Beschimpfungen (Waschlappen! Schlappschwanz!) kratzen ein wenig an seinem Selbstbewusstsein.

Als wäre dies nicht genug, leidet er seit Kurzem an panischen Angstzuständen, wenn er seinen Mitarbeitern über den Weg läuft. Seit er den Film „Meuterei auf der Bounty“ gesehen hat, verbringt er keine ruhige Minute mehr bei der Arbeit. Misstrauisch begegnet er seinen Schäfchen, bildet sich ein sie tuscheln zu hören wenn er vorbeiläuft und glaubt eine Verschwörung in der Luft zu wittern. Dementsprechend vermisst man in letzter Zeit sein selbstsicheres Auftreten und seine beruhigende Überlegenheit. Die Mitarbeiter nutzen dies aus wie Bluthunde, sie riechen seine Unsicherheit (Deodorant vergessen, du Ferkel!), schmecken seine Angst und sehen mit geschultem Blick seine Nervosität (Anhand eines verräterischen Flecks im Schritt...) Chefchen ist ein psychisches Wrack ohne jegliche natürliche Autorität. Während eines Gespräches räuspert er sich nach jedem zweitem Wort weil seine Stimme zu versagen droht, seine Knie zittern, werden weich wie Gummi und auch seine übrigen Körperfunktionen verselbstständigen sich zunehmend. Man kann sagen, dass Chefchen die Kontrolle über sich und seine Schäfchen verloren hat. Um die ganze Situation nicht noch schlimmer zu machen bleibt Chefchen nur noch eins übrig um seine Position als Hirtenhund zu behalten: Er geht zu seinem Herrchen, dem Hirten und leckt diesen ab um in seiner Gunst wieder zu steigen und um über seine fehlenden Führungsqualitäten hinweg zutäuschen. Fazit: Entweder man hat eine angeborene Autorität, die sich durchsetzt und die durch aussergewöhnliche Fähigkeiten unterstützt wird oder - Man muss lecken...



Freitag, Oktober 28, 2005

Scheisse...

Irgendwo zwischen hysterischer Vogelgrippe-Panikmache, apokalyptischen Naturkatastrophen und medialer Ignoranz findet sich ein gemeinsamer Nenner für die aktuelle Weltlage: Scheisse!

Es scheint als wäre Scheisse die Existenzgrundlage einer ganzen Generation. Mehr als nur ein umgangssprachliches Adjektiv oder eine einfachere Bezeichnung für Fäkalien. Scheisse ist mehr als das! Scheisse ist ein Lebensgefühl, eine Bewegung! Anders kann ich mir nicht erklären warum heutzutage soviel Scheisse ist. Scheisse als Mode?! Scheisse als Trend?! Scheisse gar als Religionsersatz?!

Dies ist gar nicht so weit hergeholt. Man könnte endlos aufzählen:

-Religion ist Scheisse
-Politik ist Scheisse
-Wetter ist Scheisse
-Arbeit ist Scheisse
-Mitmenschen sind Scheisse
-Geflügel ist Scheisse
-Sport ist Scheisse
-Fernsehen ist Scheisse
-Du bist Scheisse
-...

Das könnte man noch ziemlich lange so weiterführen. Denn heutzutage ist fast alles Scheisse. Sogar Scheisse. Dies war früher nicht so! Aber früher war auch noch alles besser! Früher war alles Kacke...

Mantis A. Prayer aka I Shit on you and you and you and... YOU!

Montag, Oktober 10, 2005

Herbstbeginn - Gehet und vermindert euch!

Endlich ist sie wieder da, die romantisch-graue Jahreszeit. Die Tage werden kürzer, das Wetter wird kälter, rauer und die Leute werden schweigsamer und distanzierter. Eine herrliche Zeit, in der die Selbstmordrate ein Rekordhoch erreicht und mehr Alkoholvergiftungen registriert werden als im ganzen Rest des Jahres. Es gibt also doch noch Grund, an das Gute auf dieser Welt zu glauben. Gehet und ergreifet eure Handfeuerwaffen, eure Schlaftabletten und eure pulsaderdurchtrennenden, spitzen Gegenstände. Lasst diese terminierenden Werkzeuge ihr Werk verrichten und befreiet diese apokalyptisch-geweihte Stätte der Sünde und der Ignoranz von eurem schäbigen Antlitz. Verteilt euer rein dekorativ verwendetes Hirn auf dem Boden eurer dreckigen zweieinhalb Zimmer Mietwohnung und helft mit, einen besseren Ort aus diesem Warteraum zur Hölle zu machen. Besten Dank im voraus


Die Menschheit aka Mankind and People

Montag, September 19, 2005

Partyreport: Nüchtern betrachtet; Teil 1

Samstag Abend, 23:30 in der Turnhalle in G., einem kleinen Kaff am verlängerten Rücken der Welt. Standesgemäss erscheine ich erst um diese Zeit an diesem sogenannten „Fest-Anlass“. Ohne viel zu erwarten und ohne Absichten länger als nötig zu bleiben, betrete ich die abartig tobende Partyhölle... Ein Minimumalter scheint es für diese Veranstaltung ebenso wenig zu geben wie eine Minimumintelligenz oder sonstige Selektionskriterien. Dementsprechend vielfältig ist das anwesende Volk, dass sich von den 2 anspruchlosesten Dingen auf Erden unterhalten lässt: Schlechte Party-Musik und wässriges Offenbier. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich nicht grundsätzlich etwas gegen seichte Musik, pisseähnliches Bier und primitive Gesellschaft habe. Meine Abneigung gegen diese Dinge kommt erst zum Vorschein wenn ich nicht saufen darf.

Da ich grosszügigerweise der Fahrer war und als solcher strikt trocken (D.h. alkoholfrei) bleibe, konnte ich mich mit klarem, scharfem Blick mit den Begebenheiten vertraut machen. Mir entging nichts, ich wurde gnadenlos mit der grausamen Realität eines verkorksten Samstag Abend konfrontiert. Ich sah picklige Hackfressen, übergewichtige Frauen in zu kurzen Tops, bäuerlich anmutende Jugendliche mit Secondhand Kleidern, besoffene Hinterwälder die bestimmt aus Inzest gezeugt wurden und Mädchen die noch leichter zu haben waren als Hunderagout in China. Auch wenn ich mich hier etwas abfällig über diese Leute äussere, so ist es mir doch wichtig anzufügen, dass ich nicht oberflächlich bin. Ich selbst ging betont casual, mit bequemen Hosen, Pullover und unfrisiert, dafür mit einem New-Era-Cap auf dem Kopf an diese „Party“. New-Era-Caps sind diese lustigen Schirmmützen die einen geraden (also nicht gebogenen) Schirm haben und die man leicht schräg auf dem Kopf trägt. Dies begründet sich darin, dass diese Caps ebenso konzipiert wurden und in der zivilisierten Welt durchaus auf Verständnis stossen. Soviel zur Theorie. Dies ist allerdings nur begrenzt praktikabel in einer Welt, in der Väter und Onkel ein und dieselbe Person sind. Entsprechend verstört traten zwei nicht näher identifizierbare Individuen an mich heran und fragten mich, warum ich denn meine Mütze so auf dem Kopf habe. Da ich nicht über ein solch primitives Vokabular verfüge um den Beiden in Ihrer kindlichen Fantasie-Sprache eine Erklärung zu liefern, versuche ich mit beschwichtigender Ausdrucksweise zu kommunizieren:

„Das Hut. Ich Zivilisation. Ich anders. Alles gut. Ich nicht böse.“

Offenbar bemerkten meine Gegenüber die Verachtung, die in meiner Stimme mitschwang und fragten mich nach dem Grund meines Besuches. Zugegebenermassen konnte ich diese Frage nicht beantworten, da es keine rationale Rechtfertigung gab sich einer solchen Situation auszusetzen. Auch mögliche masochistische Tendenzen schloss ich aus und konnte ich nicht als Antwort gelten lassen. Da mir auch nach eingehendem Reflektieren kein vernünftiger Grund einfiel, was ich an dieser Versammlung von Minderbemittelten und Zurückgebliebenen machte, entschloss ich mich zur Heimfahrt. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein schrecklicher Abend mit noch schrecklicherem Ende. So fuhr ich ernüchtert, nüchtern und erleuchtet nach Hause. Zurück in die Zivilisation, wo die Leute, das Bier und die sozialen Geselligkeiten noch Geschmack haben.

Montag, September 12, 2005

Urlaubskater

Urlaub ist was wirklich Tolles! 47 Wochen im Jahr darf man sich halb zu Tode schuften, sich den Arsch aufreissen und den im Alter drohenden Herzinfarkt einleiten. Als Gegenleistung bekommt man einen mickrigen Monatsgehalt und 5 Wochen Urlaub. Das Verhältnis 47:5 ist an und für sich schon eine recht traurige Zahl. Umso trauriger empfinde ich jeweils die Zeit nach dem Urlaub. Auch wenn es nur eine Woche war, die man Zuhause abgesessen und verschlafen hat.

So soll es sein... Wieder einmal Montag nach dem Urlaub (Dem Letzten in diesem Jahr) und alles scheint in sich zusammenzustürzen wie ein Kartenhaus. Wirbelstürme, Überschwemmungen, Elend und Zerstörung - ja es ist schön auf der Welt zu sein, nur nicht auf dieser Welt. Gewisse Supermächte müssen einmal mehr einsehen, dass es schwerer ist aufzubauen und intakt zu halten als zu zerbomben und zu verwüsten. Leider trifft es einmal mehr die Unschuldigen, die für die falschen Prioritäten der Regierung die Konsequenzen zu spüren bekommen. Ohne hierzu gross weltpolitsche Kritik zu äussern (Mein Kopf ist definitiv nicht frei dazu), muss ich einfach meine Empörung ausdrücken. Bleibt nur zu Hoffen dass auch mal ein Busch in dem Hochwasser untergeht und nicht mehr auftaucht.

Euer übernächtigter

Mantis A. Prayer

Dienstag, August 30, 2005

Eine Plattform für den Wahnsinn?

Schaut, staunt und lernt. Der Meister, der Kaiser, der Führer, der Lehrer, der King - Ich!

Mit freundlichen Grüssen

euer aller Halbgott

Mantis A. Prayer